Könnte das Reizdarmsyndrom mit einem Blick auf die Blutwerte des Patienten diagnostiziert werden, wäre das für Betroffene und ihre behandelnden Mediziner eine enorme Erleichterung. Damit hätte die Reizdarmsyndrom-Diagnostik quasi „Brief und Siegel“. In der Praxis ist das aber leider (noch) nicht der Fall. Stattdessen präsentiert sich das Reizdarmsyndrom als sogenannte Ausschlussdiagnose, was bedeutet: Erst dann, wenn Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen quasi ausgeschlossen wurden, wird die Diagnose Reizdarmsyndrom gestellt.

Noch gibt es keine Biomarker für das Reizdarmsyndrom

Gerne würde sich ein Arzt beim Verdacht auf das Reizdarmsyndrom einer Leitlinie bedienen, die aufzeigt, an welchen Blutwerten ein Reizdarmsyndrom festgemacht werden kann – doch diese fundierten Hinweise gibt es noch nicht. Das bedeutet im medizinischen Fachjargon, dass es an einem „Biomarker“ fehlt, der ein-eindeutig anzeigt, dass es sich um das Reizdarmsyndrom handelt. Biomarker sind nachweisbar im Körper. Das können bestimmte Gene, Proteine oder Stoffwechselprodukte sein. Der bekannteste Biomarker könnte Frauen bekannt sein, die bereits Mutter geworden sind. Bereits bevor die Schwangerschaft per Ultraschall dokumentiert werden kann, weist ein erhöhter HCG-Wert auf eine Schwangerschaft hin. Dahinter verbirgt sich das Hormon, das in der Medizin als humanes Choriongonadotropin bezeichnet wird.

Biomarker sind nachweisbar im Körper. Das können bestimmte Gene, Proteine oder Stoffwechselprodukte sein. Der bekannteste Biomarker könnte Frauen bekannt sein, die bereits Mutter geworden sind. Bereits bevor die Schwangerschaft per Ultraschall dokumentiert werden kann, weist ein erhöhter HCG-Wert auf eine Schwangerschaft hin. Dahinter verbirgt sich das Hormon, das in der Medizin als humanes Choriongonadotropin bezeichnet wird.

Die Reizdarmsyndrom-Diagnostik – so nutzt der Arzt Alternativen zum Biomarker

Möchte ein Arzt seinem Verdacht auf ein Reizdarmsyndrom nachgehen, gibt es bis dato keine sichere Methode, das Reizdarmsyndrom per Blut-, Stuhl- oder Urinuntersuchung nachzuweisen. Stattdessen werden Fragebögen eingesetzt, um Umstände herauszufinden, die zu den Symptomen eines Reizdarmsyndroms führen. Ein eher unspezifischer Biomarker, der das Reizdarmsyndrom anzeigen könnte, ist der Entzündungsmarker. Dieser Blutwert zeigt an, ob eine Entzündung im Körper vorliegt. Unter Berücksichtigung weiterer Symptome und Untersuchungen sowie den Erkenntnissen aus den Erhebungsfragebögen, kann es hierbei zu einer Reizdarmsyndrom-Diagnose kommen.


Die Schwere der vom Reizdarmsyndrom verursachten Gesundheitsbeschwerden und der Alltagsprobleme werden von Außenstehenden häufig unterschätzt. Klassische Therapieangebote versagen in den meisten Fällen. Ein neuartiges Supplement aus der orthomolekularen Medizin macht Betroffenen jetzt neue Hoffnung. Es handelt sich um eine Kombination aus Nähr- und Vitalstoffen, die mit der Symbiose des Mikrobioms, der Darmschleimhaut und mit dem Serotoninhaushalt assoziiert sind. Unter dem Namen Omnitadin ist das Präparat in Apotheken und im Versandhandel erhältlich. (gesponsert)


Ein Biomarker könnte die Diagnose „Reizdarmsyndrom“ beschleunigen

Da ein eindeutiger Wert in den Körperflüssigkeiten des Menschen aktuell nicht auszumachen ist, der eindeutig für das Reizdarmsyndrom spricht, bedeutet das für die Betroffenen, dass die Diagnose des Reizdarmsyndroms vergleichsweise lange dauert. In der Literatur ist die Rede von durchschnittlich sechs Jahren – so lange müssen Betroffene mit Reizdarmsyndrom auf ihre Diagnose warten. Die Forschung setzt aktuell viel daran, Blutwerte für das Reizdarmsyndrom auszumachen bzw. Biomarker zu finden, die eine schnellere und sicherere Diagnose ermöglichen, berichtet die Wissenschaftsautorin Dr. Sarah Toler.

Einige Stoffe haben die Forscher im Zuge ihrer Recherchen bereits im Blick. Im Fokus steht dabei der CdtB-Antikörper (Cytolethal distending toxin B), ein Bakteriengift, das entsteht wenn bestimmte Bakterien eine Magen-Darm-Entzündung auslösen. Das stützt die These, dass das Reizdarmsyndrom eine Folge eines Magen-Darm-Infekts sein könnte – beispielsweise dann, wenn die körpereigenen Antikörper gegen die Magen-Darm-Bakterien-Gifte nicht nur das Bakteriengift angreift, sondern auch körpereigenes Gewebe befallen. Da nicht jeder Mensch mit Reizdarmsyndrom Anti-CdtB-Marker in den Blutwerten hatte und es zu Fällen kam, in denen Zöliakie anstatt das Reizdarmsyndrom nachgewiesen wurden, ist diese Forschung noch nicht ausgegoren. Auch gibt es Forschungen in die Richtung, dass mehrere unspezifische Biomarker, beispielsweise Interleukine, C-reaktive Proteine und der Tumornekrosefaktor alpha, gemeinsam das Reizdarmsyndrom nachweisbar machen könnten. Mithilfe von Panels sollen Wahrscheinlichkeiten eines Reizdarmsyndroms errechnet werden. Eine andere Herangehensweise ist das Ausschlussprinzip, bei dem beispielsweise der Nachweis von Calprotectin in der Stuhlprobe den Verdacht auf eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung erhärtet, das Reizdarmsyndrom damit aber ausschließt. Auch Moleküle in der Atemluft, die durch Lactulose sichtbar gemacht werden sollen, können auf eine Form des Reizdarmsyndroms hinweisen, bei dem Betroffene vor allem an Verstopfung leiden.

Mehr dazu: Das Reizdarm-Programm, Medizinverlag Nordwest, EUR 1,99

Bildquelle: Adobe Media, lab technician assistant analyzing a blood sample in test tube at laboratory with microscope. Medical, pharmaceutical and scientific research and development , Von totojang1977