Das steckt hinter der technischen Auseinandersetzung mit der Krankheit

Liest man die Definition für einen „Reizdarm“, die der Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten online publiziert, wird schnell klar: Eine eindeutige Diagnose ist nur schwer möglich. Stattdessen sollen sich hinter dem Reizdarmsyndrom verschiedene Krankheitszeichen verbergen, wie etwa Schmerzen beim Stuhlgang, Blähbauch, Völlegefühl und weitere Symptome, die den Magen-Darm-Trakt betreffen. Diskutiert werden soll nun, inwiefern Reizdarmsyndrom-Apps dabei helfen können, die vielen, unspezifischen Symptome besser in den Griff zu bekommen.

Reizdarmsyndrom-Apps können die 5-Säulen-Therapie begleiten

Reizdarmsyndrom-Apps können nicht etwa eigenständig die Symptome lindern, sondern Betroffene dabei unterstützen, mit Blick auf die 5-Säulen-Therapie mit der Krankheit umzugehen. Dokumentieren ließe sich in einer Reizdarmsyndrom-App demnach

  • das Symptomtagebuch, das zum wichtigen Nachschlagewerk werden kann,
  • ein Ernährungsplan, der die Symptome reduziert,
  • ein Medikamentenplan, der die Therapie stützt,
  • ein Fahrplan eines Psychotherapeuten
  • sowie Hinweise zu Fitness-, Wellness- und Entspannungsübungen.

Reizdarmsyndrom-Apps – muss es eine spezielle Programmierung sein?

Es gibt sehr wohl spezielle Reizdarmsyndrom-Apps, wie etwa die Cara-Care-App, die sich ganz spezifisch an Reizdarmpatienten richtet und – nach Angaben der Hersteller – als CE-zertifiziertes Medizinprodukt der Klasse 1 gilt. Diese Reizdarmsyndrom-App umfasst ein Ernährungs- und Symptomtagebuch, personalisierte Rezepte, die unter anderem auch anpassbar sind auf etwaige Unverträglichkeiten oder Allergien, sowie ergänzende Therapieangebote, die unter anderem die Themenbereiche Psyche und Bewegung aufgreifen.

Die Schwere der vom Reizdarmsyndrom verursachten Gesundheitsbeschwerden und der Alltagsprobleme werden von Außenstehenden häufig unterschätzt. Klassische Therapieangebote versagen in den meisten Fällen. Ein neuartiges Supplement aus der orthomolekularen Medizin macht Betroffenen jetzt neue Hoffnung. Es handelt sich um eine Kombination aus Nähr- und Vitalstoffen, die mit der Symbiose des Mikrobioms, der Darmschleimhaut und mit dem Serotoninhaushalt assoziiert sind. Unter dem Namen Omnitadin ist das Präparat in Apotheken und im Versandhandel erhältlich. (gesponsert)

Auch Bowelle, die Reizdarmsyndrom-App, die sich selbst als Tagebuch für RDS (Reizdarmsyndrom) bezeichnet, will dabei helfen, das Reizdarmsyndrom durch Struktur und die Begleitung im Alltag erträglicher zu machen. Eine weitere Reizdarmsyndrom-App, der Schlaue Verdauer, zielt darauf ab, diverse Magen-Darm-Beschwerden erträglicher zu machen – sowohl das vergleichsweise harmlose Sodbrennen, wie auch das stark einschränkende Reizdarmsyndrom. Der Schlaue Verdauer hat eine GKV-Zertifizierung, was für Betroffene bedeutet: Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten die Kosten zurück. Die Inhalte, die von versierten Ernährungsberatern stammen, sind leicht verständlich gehalten.

Was bringen Reizdarmsyndrom-Apps?

Reizdarmsyndrom-App können erinnern, anleiten, dokumentieren und begleiten. Da das Wissen darüber, was mit Reizdarmsyndrom gut oder auch schlecht vertragen wird, ein Baustein zu einem Leben mit Reizdarmsyndrom ist, können mobile Ernährungstagebücher grundsätzlich eine gute Idee sein, um das Leben mit Reizdarmsyndrom zu erleichtern.

Wer Essen, Getränke, Bewegung und psychische Verfassung dokumentiert, kann schnell ablesen, was gut tut oder eben nicht. Darüber hinaus helfen die digitalen Helfer mit Erinnerungsfunktionen dabei, zur rechten Zeit zu essen, zu trinken oder sich zu bewegen. Und eben diese Regelmäßigkeiten sind für Menschen mit Reizdarmsyndrom ein wichtiger Baustein.

Mehr dazu: Das Reizdarm-Programm, Medizinverlag Nordwest, EUR 1,99


Foto: Adobe media, Reizdarmsyndrom app (grocery shopping at supermarket), von onephoto