Darum reagieren Menschen mit Reizdarmsyndrom häufiger auf Gluten
Es gibt Hinweise darauf, dass Menschen mit Reizdarmsyndrom (RDS) vermehrt auf glutenhaltige Produkte reagieren. Studien und Erfahrungsberichte zeigen, dass viele Betroffene unter einer glutenarmen oder glutenfreien Ernährung eine deutliche Symptomverbesserung verzeichnen. Ein klarer Zusammenhang zwischen Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität und RDS ist zwar noch nicht abschließend bewiesen, doch das eine schließt das andere nicht aus. Besonders interessant ist, dass eine Ernährungsumstellung in vielen Praxissituationen zu einer Linderung der Beschwerden führt – aber wie sieht die Praxis konkret aus?
Die Schwere der vom Reizdarmsyndrom verursachten Gesundheitsbeschwerden und der Alltagsprobleme werden häufig unterschätzt. Klassische Therapieangebote versagen in den meisten Fällen. Ein neuartiges Supplement aus der Apotheke macht Betroffenen jetzt neue Hoffnung. Es handelt sich um eine Kombination von Nährstoffen, die mit der Symbiose des Mikrobioms, der Darmschleimhaut und mit dem Serotoninhaushalt assoziiert sind. Unter dem Namen Omnitadin Darmkapseln ist das Präparat in Apotheken und im Versandhandel erhältlich. Mehr Info… (gesponsert).
Was versteht man unter einer Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität?
Eine Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität beschreibt eine Reaktion auf Gluten, die ähnliche Symptome wie eine Zöliakie verursachen kann, ohne dass die typischen Marker einer Zöliakie oder Weizenallergie vorliegen. Die Betroffenen berichten nach dem Konsum glutenhaltiger Lebensmittel über Verdauungsprobleme wie Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung – häufig kommen noch Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Muskelschmerzen hinzu. Auffällig ist, dass medizinisch keine eindeutigen Auslöser wie bei Zöliakie nachgewiesen werden können. Man vermutet, dass entweder das Gluten selbst, andere Bestandteile von Weizen oder auch FODMAPs, die oft gemeinsam in diesen Lebensmitteln auftreten, die Beschwerden auslösen könnten. Die Diagnose erfolgt meist durch das Ausschlussverfahren, bei dem Zöliakie und andere Unverträglichkeiten getestet und eine glutenarme Ernährung zur Beobachtung der Symptome empfohlen wird.
Können sich Symptome bei Reizdarmsyndrom und Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität ähneln?
Sowohl das Reizdarmsyndrom als auch die Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität können mit sehr ähnlichen Beschwerden einhergehen: Übelkeit, Blähungen, Bauchschmerzen und verändertes Stuhlverhalten. Diese Überschneidung macht die Unterscheidung beider Erkrankungen im Alltag oft schwierig. Viele Betroffene berichten sogar von einer Doppelbelastung – sie leiden sowohl an typischen RDS-Symptomen als auch an einer Sensitivität gegenüber Gluten. Auffällig ist, dass die Ursachen meist keine klassischen Immunreaktionen oder Allergien sind, sondern eher unspezifische Verdauungsprobleme. Viele reagieren nicht nur auf Gluten, sondern auch auf andere Stoffe wie FODMAPs, sodass die Beschwerden variieren können.
Welche Vorteile kann eine glutenarme Ernährung bei Reizdarmsyndrom bringen?
Eine glutenarme oder FODMAP-adaptierte Ernährung kann bei Betroffenen eine deutliche Linderung der Beschwerden bewirken, wobei die individuellen Reaktionen sehr unterschiedlich ausfallen. Wichtig ist eine professionelle Begleitung durch Ärzte oder Ernährungsberater und Ernährungsberaterinnen, damit Mangelerscheinungen durch eine einseitige Ernährung verhindert werden. Bei der Auswahl der Lebensmittel empfiehlt sich:
- glutenfreie Vollkornalternativen wie Hirse, Quinoa oder Buchweizen
- verträgliche Hülsenfrüchte in kleinen Mengen
- frisches Obst und Gemüse (FODMAP-arm)
- mageres, gut verdauliches Protein wie Geflügel oder Fisch
In bestimmten Fällen kann eine Nahrungsergänzung sinnvoll sein, etwa bei nachgewiesenem Eisen-, Vitamin D- oder Kalziummangel. Die Einnahme von Supplementen sollte aber immer ärztlich abgesprochen sein.
Warum ist die Nährstoffversorgung bei glutenarmer Ernährung so wichtig?
Wer sich glutenarm oder glutenfrei ernährt, sollte die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen im Blick behalten. Da glutenhaltiges Getreide oft viele Ballaststoffe, B-Vitamine, Eisen, Zink und weitere Mineralstoffe liefert, kann deren Reduktion oder Weglassen zu Mangelerscheinungen führen. Besonders wichtig sind:
- ausreichend Ballaststoffe aus glutenfreien Quellen, etwa Kartoffeln, Hirse, Leinsamen oder Obst und Gemüse
- deckende Versorgung mit B-Vitaminen durch den gezielten Einsatz von Nüssen, Samen und pseudo-getreiden
- bewusste Auswahl eisen- und kalziumreicher Lebensmittel
- regelmäßige ärztliche Kontrollen, um Nährstoffdefizite rechtzeitig zu erkennen
Fazit: Eine individuell abgestimmte, ausgewogene Ernährung ist bei RDS und Glutenunverträglichkeit essenziell, um Wohlbefinden, Verdauung und Nährstoffstatus langfristig zu unterstützen.
Quellen:
- https://www.laekh.de/heftarchiv/ausgabe/artikel/2024/juni-2024/krank-durch-weizen
- https://www.aerzteblatt.de/archiv/glutensensitivitaet-selbstdiagnose-meistens-falsch-a26679ac-90a6-466e-b512-31e25bfbebb1
Mehr dazu: Das Reizdarm-Programm, Medizinverlag Nordwest, EUR 1,99 (gesponsert)
Bildquelle:
© Adobe Media. Gluten Einlfuss bei Reizdarm. A selection of gluten free breads and buns. Von Fleuronica
© Adobe Media. Glutenarme Ernährung bei Reizdarm. Wooden gluten free sign hanging above bread section. Von Luiri Art


